Zur Herstellung des rund 3.470 Meter langen Tunnels Jenbach/Wiesing kommt eine Tunnelvortriebsmaschine mit flüssigkeitsgestützter Ortsbrust zum Einsatz. Der Lockermaterialvortrieb befindet sich durchgehend im Grundwasser. An der östlichen Baulosgrenze werden „Mixed-Face-Conditions“ (Kombination aus Fels und Lockermaterial) erwartet. Ausgehend von einer Startbaugrube im Nahbereich der Autobahn A12 westlich der Gemeinde Jenbach wird der Tunnel in Richtung Osten aufgefahren. Nach der Durchquerung eines vorab hergestellten Injektionsblockes kreuzt der Tunnel im Schutze eines Injektionsschirmes erstmalig die Inntalautobahn A12. Weiter verläuft der Tunnel im direkten Nahbereich des Inns bevor er den mittels Injektionen gesicherten TIWAG-Unterwasserkanal quert. Nach einer neuerlichen Querung der A12 erfolgt die Unterquerung der Gleisanlagen des Bahnhofes Jenbach. Im Anschluss unterfährt der Tunnel die vorab gesicherte Brücke der Landesstraße L7 sowie das Gewerbegebiet Jenbach. Im Schutze eines Injektionsschirmes ist nochmals die Querung der bestehenden Bahnstrecke im Bereich der Grube Gubert geplant. Die letzten rd. 260 Meter werden nach vorab hergestellter Bodenverbesserung in einem „schleifenden Verschnitt“ teilweise im Lockermaterial bzw. Fels aufgefahren. Die Tunnelvortriebsmaschine wird anschließend abgebaut und durch den hergestellten Tunnel abtransportiert, einzig der Schildmantel verbleibt im Tunnel. Mindestens 50 cm starken Tübbings kommen beim Ausbau des Tunnels zum Einsatz, ergänzend wird eine rund 20 cm dicke Brandschutzschale aus Ortbeton aufgebracht. Westlich der Startbaugrube befinden sich ca. 230 Meter Tunnel im Kastenquerschnitt, anschließend wird die rund 610m lange Wanne Jenbach errichtet. Diese Bauteile sind in offener Bauweise als „Weißen Wanne“ ausgebildet. Im Abstand von je 500m Rettungsschächte werden Rettungsstollen mit dem Haupttunnel verbunden. Zum Bau der Stollen wird im Zuge eines Rohrpressverfahrens ebenfalls eine Vortriebsmaschine mit flüssigkeitsgestützer Ortsbrust eingesetzt. Die für den Anschluss der Rettungsstollen an Haupttunnel und Rettungsschächte erforderlichen Dichtkörper werden im Düsenstrahlverfahren hergestellt. |