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Hauptbaumaßnahme H1
Kundl - Radfeld
 
Allgemeine Beschreibung
 
Das Baulos H1 umfasst die Herstellung der Verknüpfung Radfeld und des Beschleunigungsgleises Kundl. Durch die Anordnung von zahlreichen Weichen wird das Wechseln von Zügen zwischen den Gleisen der Bestandstrecke und jenen der Neubaustrecke ermöglicht:

Für die aus dem Bahnhof Kundl in Richtung Radfeld ausfahrenden Züge wird nördlich der Bestandstrecke ein Beschleunigungsgleis (Länge 2.616 m) errichtet. Dieses bindet im Bereich der bereits bestehenden ökologischen Ausgleichsfläche in die Verknüpfung Radfeld (Länge 3.500 m) ein. Im gesamten Baulos sind die bestehenden Unterführungsbauwerke an die neuen Querschnitte anzupassen und weitere ökologische Ausgleichsmaßnahmen (Renaturierung Maukenbach) anzulegen.
 
Technische Beschreibung
 
Dammquerschitt und bahntechnische Ausrüstung

Vom Bahnhof Kundl Richtung Radfeld wird im Baulos H1 auf der Länge von ~ 5,25 km der bestehende Bahndamm verbreitert. Für das Beschleunigungsgleis nördlich der Bestandstrecke erfolgt der ergänzende Dammbau auf einen 3-gleisigen Querschnitt. Für die Verknüpfung Radfeld wird ab ca. NBS-km 24,30 zusätzlich südlich der Bestandstrecke der Damm für einen 4-gleisigen Querschnitt aufgeweitet. In dieser Verknüpfung werden die drei Gleise in zwei Bestandstreckengleise und zwei NBS-Gleise aufgefächert. Die NBS kommt zwischen den Bestandstreckengleisen zu liegen und taucht über eine Wanne in den Boden des Inntals ab. Die Errichtung des Unterbaus im Los H1 erfordert Erdbewegungen im Ausmaß von ~ 645.000 m³. Überwiegend wird das erforderliche Schüttmaterial aus einem Zwischenlager (bei ca. NBS-km 29,00) mit Ausbruchmaterial vom Tunnel Brixlegg entnommen. Die bahntechnische Ausrüstung des Abschnitts erfolgt schienengebunden. Ein komplexes Bauphasenkonzept koordiniert das Zusammenspiel zwischen der Errichtung des Unterbaus und der bahntechnischen Ausrüstung.

Ingenieurtragwerke und Straßenbau

Die durch die Verbreiterung des Bahndamms erforderlichen Anpassungen und Neuerrichtungen von Ingenieurbauwerken haben im Nahbereich des laufenden Bahnbetriebes auf der Bestandstrecke zu erfolgen. Die neu zu errichtenden Unterführungen werden aus diesem Grund jeweils in einen südlichen und einen nördlichen Bauabschnitt geteilt. Als Teil des Sicherheits- und Wartungskonzepts werden Zufahrtswege, Bahnbegleitwege und ein Rettungsplatz mit Hubschraubernotlandeplatz bei NBS-km 26,10 hergestellt.

Lärmschutz und Ökologische Ausgleichsmaßnahmen

Im Bereich des Bahnhofs Kundl erfolgt der Ausbau der bestehenden Lärmschutzmaßnahmen. Bestehende Lärmschutzwände werden verlängert bzw. erhöht. Eine zusätzliche Lärmschutzwand wird von ca. NBS-km 23,10 bis ca. NBS-km 24,00 nördlich des Beschleunigungsgleises gebaut. Beim Maukenbach kommt es zur Umsetzung einer ökologischen Ausgleichsmaßnahme: Der Bachlauf wird von der Einmündung in den Inn bis in den Bereich des bestehenden Retentionsbeckens durch eine naturnahe Gestaltung renaturiert und für Fische passierbar gemacht. Die Artenvielfalt im Maukenbach wird so erhöht.
 
Eckdaten
 
Bauloslänge: 5.262 m

Eisenbahnstreckenbau für:
> Beschleunigungsgleis: Länge ca. 2,6 km , Dammverbreiterung
> Verknüpfung Radfeld: Länge ca. 3,5 km, Dammkrone max: 36 m

Unterführungen und Ingenieurbauwerke:
> 3 Verbreiterungen bestehender Unterführungen
> 6 neue Unterführungsbauten
> Kreuzungsbauwerk Maukenbach/Gießen
> Wegunterführung an der Bestandstrecke in Münster
> Anprallschutz Brücke L48
> Stützbauwerk Kundl

Lärmschutzmaßnahmen:
> ca. 1.430 m Neubau Lärmschutzwände
> ca. 330 m Lärmschutzwand-Erhöhungen

Baubeginn/Bauende: August 2008 bis Oktober 2011 (39 Monate)
 
Aktueller Stand
 
Sämtliche Arbeiten aus Bauphase 1 (Herstellung Bahnkörper Verknüpfung Radfeld West und Beschleunigungsgleis vom Kundler Bahnhof ca. 600m Richtung Westen, entsprechende Teile der Ingenieurbauwerke usw...) wurden fristgerecht mit 31.07.2009 abgeschlossen. Derzeit werden durch den AN bereits Dammschütt- und Trgaschichtschüttarbeiten für das Beschleunigungsgleis im Bereich von ca. NBS-km 23,100 Richtung Westen aus einer späteren Bauphase vorgezogen. Die für die Gemeinde Breitenbach geplante Lärmschutzwand (LSW) rechts der Bahn (rdB) ist gerade in Herstellung begriffen (Fundamente gesetzt und Steher gestellt), alle restlichen Lärmschutzwände sind bereits hergestellt. Die Arbeiten im Bereich der Maukenbachrenaturierung sind weitestgehend abgeschlossen, das Kreuzungsbauwerk Maukenbach-Gießen hergestellt und der Maukenbach auf ganzer Strecke in sein endgültiges Bachbett gelegt. Die Ingenieurbauwerke Verlängerung der Wegunterführung bei km 23,671, Verlängerung der Bachunterführung bei km 23,058 sowie das Regenrückhalte- und Nachreineigungs- becken bei ca. NBS-km 27,480 rdB wurden fertiggestellt. Der Oberbau des Gleises 1neu wurde soweit hergestellt, dass seit dem 14.07.2010 der Betrieb zum ersten Mal über dieses Gleis geführt wird.


 
 
 
 
 
 
 
Fortschritt Hauptbaumaßnahme H1
Fortschrittsanzeige Streckenbau Los H1
 
Fortschrittsanzeige Fertigstellung Gesamtbaulos
 
 
Trassenverlauf Hauptbaumaßnahme H1
Trassenverlauf Hauptbaumaßnahme H2-1
 
Team
Hauptbaumaßnahme H1
Team der PL1 (links DI Harald Schreyer; mitte DI Regina Feiersinger, rechts DI Clemens Niedermayr)
 
 
Weitere Informationen