Die Lebensqualität der Menschen ist ein wertvolles Gut. Durch den Bau und Betrieb neuer Verkehrsinfrastrukturen darf die Umweltsituation der Bevölkerung nicht beeinträchtigt werden. Bereits in den Genehmigungsverfahren des laufenden Projektes haben Sachverständige alle Streckenbereiche im Hinblick auf ihre Umweltauswirkungen begutachtet. Wo erforderlich, werden Schutzmaßnahmen umgesetzt.
Ein wesentlicher Vorteil für die Lebensqualität der Bevölkerung beim Betrieb der neuen Unterinntalbahn liegt in der weitgehend unterirdischen Streckenführung. Schwere Güterzüge, die heute noch auf der offenen Bestandsstrecke geführt werden, fahren in Zukunft unterirdisch. Dadurch wird der Schienenverkehrslärm wesentlich reduziert, was besonders in der Nacht eine große Entlastung sein wird.
Die Tunnelketten der neuen Unterinntalbahn sind in Kundl, Stans und Baumkirchen mit der Bestandsstrecke verknüpft. Wo die neuen Gleise zu Tage treten, werden Lärmschutzeinrichtungen gebaut. Konkret geht es dabei um die Ausstattung glatter Betonflächen mit Lärmschutzelementen, die eine Reflexion des Bahnlärms verhindern. 30.000 Quadratmeter oder die Fläche von fast fünf Fußballfeldern werden mit schalldämpfenden Spezialelementen versehen. Offene Streckenabschnitte erhalten Lärmschutzwände oder Lärmschutzschüttungen. Alle Lärmschutzeinrichtungen müssen den Einwirkungen aus Druck und Sog durch den Bahnbetrieb mit Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h standhalten.
Bei der Planung von Masse-Feder-Systemen sind zwei wesentliche Faktoren maßgebend. Einerseits die von den vorbeifahrenden Zügen direkt angeregten Vibrationen in den Gebäuden und andererseits der durch die Schwingungsanregung von Gebäudeteilen und Einrichtungsgegenständen abgestrahlte hörbare Körperschall.
Besonderer Umweltnutzen entsteht auch aus der teilweisen Verlegung der Bestandsstrecke. Aus betrieblichen Gründen werden in Jenbach, Stans, Fritzens und Baumkirchen Teile der bestehenden Bahnstrecke mit einer Gesamtlänge von 7,8 Kilometer umgelegt. Durch das Abrücken der Bestandsstrecke von den Siedlungsräumen kommt es zu einem zusätzlichen Rückgang der Lärmbelastung.